die letzte Klappe

ich sitze am International Airport San Francisco, SFO, am Gate 99 und warte drauf das es endlich 21:05 Uhr wird, damit ich einsteigen kann und es endlich ab nach Hause geht. Mittlerweile bin ich hundemuede und froh dass es endlich wieder nach Hause geht.

Heute war noch ein wunderbarer Tag, ich habe erstmal richtig ausgeschlafen (sofern das in Hotels moeglich ist, Checkout Zeit war zwoelf uhr mittags :-) ) um dann bei Hobbees ein leckeres Omelett reingehauen. American Style Breakfast halt. Dazu Kaffee und nen ordentliches Glass Milch. Und zwar die gute 2%tige, nicht diese komische half and half (halb 2% halb fettfreie Milch) oder gar die fettfreie Milch. Fettfrei? Ja, genau so wie es sich liest schmeckts :-)

Anyway, nachdem der Flug nicht vor neun uhr abends geht, dachte ich mir, das schoene Wetter wird nochmal ausgenutzt um sich von San Francisco zu verabschieden.
Und die Stadt hat sich nochmal von ihrer Schokoladenseite gezeigt. Zuerst durch die ganze Stadt zum Golden Gate Park. Der Park ist riesengross und geht bis zum Pazifik. Da habe ich auch schnell meine Fuesse reingstreckt. Wieder rein in den Explorer und durch die Golden Gate Recreation Area nochmal ab zur Bruecke. Hach, freie Sicht, kein Nebel und kein Wind. Was will ich mehr? Aufgesessen, nochmal die Lombard Street zuerst steil rauf, dann im wilden Geschlaengel wieder runter. Und die Red hot chili peppers auf 107.7 the bone. Das wars noch nicht, zurueck zu Chestnut. Die Strasse verlaueft parallel zu fishermans wharf und hat sowas von Charme. Sozusagen ein amerikaner Muehlenkamp. Kleine Geschaefte reihen sich an kleine Caffees, Strassenmusiker stehen an der Ecke und schrammeln John Mayer, huebsche Kalifornierinnen gehen zum Pilates, und der Thomas holt sich non einen schnellen Espresso. Hier koennte ich wohnen.
Schoen langsam geht die Sonne unter, daher mache ich mich auf den Weg zum Flughafen. Ich muss eh noch das Auto volltanken und entmuellen, befor ich das an AVIS zurueckgebe.
Am Flughafen laeuft alles glatt, ich bin leider etwas zu frueh da, ist aber auch nicht schlimm. Auto ist weg, und nach einer Stunde warten bin ich den Koffer los und habe einen Gangplatz in der Hand. :-) Yeah!
Noch schnell eine kleinigkeit gegessen, eine Zeitung gekauft, und nun ist es halb neun und in einer halben Stunde macht das Gate auf. Ab nach Hause!

Nach zwei Wochen USA nutze ich die halbe Stunde um noch ein paar abschliessende Gedanken unters Volk zu bringen. :-)
Kalifornien ist schoen, doch nicht alles was glaenzt ist Gold. Und so auch Kalifornien als Vertreter der USA. Wasser wird dermassen verschleudert, das es nicht ertragbar ist. Benzinfressende Autos wohin man sieht. Und die Gesellschaft definiert sich ueber den Konsum. Kauf eine Wassermelone gibts eine umsonst. Beim kauf eines paar schuhe kriegt man das zweite paar fuer die haelfte. Kauf vier schachteln kekse zum preis von zwei. Fruehstuecksflocken kriegt man nicht unter einem Kilo Packungsgroesse.  Usw.
 

Andererseit ist NordKalifornien ist ein wunderbarer Teil der USA. Die Landschaft fasziniert vom ersten Augenblick an.Die Rocky Mountains, die Sierra Nevada, das San Antonio Valley und nicht zu vergessen die schroffe Pazifikkueste von Seattle runter bis nach LA.
Natuerlich auch San Francisco, die eine so wunderbare Stadt ist, mit einem herrlichen internationalem Flair und man fuehlt sich von der ersten Minute an wohl und sicher. Wenn ich mit runtergelassenem Fenster durch die Strassen fahre, die Sonne scheint, die Menschen sehe, die so gerne in ihrer Stadt wohnen, dann fuehle ich mich richtig wohl. 
Die Menschen hier sind offen, freundlich und ich habe hier viele Kollegen, die ich als Freunde betrachten wuerde. Das ist das gute am arbeiten in einem internationalem Team, es wird immer besser wenn man die Leute erstmal richtig zu Gesicht bekommen hat und mit ihnen abends mal einen trinken war :-)
Zum Beispiel F, der mit seiner Familie in Half moon bay wohnt. am Pazifik. Den habe ich schonmal zuhause besucht, weil ich sehen wollte wie es einer Familie geht die nach USA gezogen ist. Wie es wirklich ist wenn man das durchzieht.
Oder J, die in Berkeley wohnt, jeden Tag Yoga macht und als Amerikanerin keinen Fernseher hat. Und sich ziemlich genau so oekologisch wertvoll ernaehrt wie Thomas und Melanie.
Und R. der mit 29 Jahren auch schon seit drei Jahren verheiratet ist, zwar in Houston wohnt, aber trotzdem ein total offener und netter Mensch ist. Ich hoffe er und seine Frau schaffen dieses Jahr den Europa Trip und kommen vorbei. Eingeladen sind sie auf jeden Fall. :-)

Oder M, die ebenfalls aus Houston kommt, aber in Nicaragua geboren ist, und mit ihrem Freund zusammen in einem Reihenhaeusschen wohnt, die mich auf eine echte amerikanische Hausparty mitgenommen hat und mit der ich auch persoenlich voll gut verstehe.
Ich koennte noch viele andere aufzaehlen, aber ich glaube ihr wisst was ich meine. :-)
 
Viele Kollegen haben mich gefragt wann ich nach Kalifornien versetzt werde. Ich sei ja so oft da, da waere das doch viel guenstiger. Nun, ich wollte das mal, und ich habe es auch probiert in der Firma. Doch viele Gruende haben am Ende dagegen gesprochen. Und nach vielen anderen Ideen haben wir uns fuer Hamburg entschieden. Und diese Entscheidung war, neben meiner Ehe - die das Beste ist was mir in meinem Leben passiert ist – die richtige. Hamburg meine Perle. Denkt daran, Zuhause ist kein Ort sondern ein Gefuehl. Und wenn ihr richtig seid, werdet ihr es spueren.
 
Ich bin raus, Good Night and Good Luck!

 

Ein Kommentar zu “die letzte Klappe”

  1. Anna

    Thomas, wir sind auch froh, dass ihr euch für Hamburg entschieden habt :) Was für ein Glück für uns, in so einer schönen Stadt zu wohnen und dann auch noch zwei so tolle Freunde dazuzugewinnen, weil sie sich für unsere Stadt entschieden haben :)

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