Quario oder Minimum

So schon wieder sind nicht nur Wochen, sondern Monate vergangen, seit hier gepostet wurde. Deshalb jetzt aber mal:

Mittlerweile bin ich schon im neunten Schwangerschaftsmonat angekommen und ich kann nur sagen, es ist alles anders als in Amelies Schwangerschaft. Zunächst war mir die ersten vier Monate ziemlich schlecht. Ich litt allerdings nicht an der vielbesagten Morgenübelkeit, nein Zitat Friends: “I get my morning sickness in the evening”. Ja genau, abends lag ich immer ziemlich erschöpft auf der Couch und musste mir überlegen, was ich denn jetzt nun mal essen könnte, damit es nicht noch schlimmer wird. Mit zunehmender Schwangerschaftswoche nahm die Übelkeit dann zum Glück ab, aber es dauerte laaaange bis sie ganz verschwand.

Nachdem die Übelkeit überwunden war, stellten sich diesmal diverse, wechselnde Essensgelüste ein. Ich hoffe ich kriege sie noch in der richtigen Reihenfolge aufgezählt:- Milchreis mit Apfelmus (ersteren mag ich unschwanger eigentlich nicht wirklich)

- Fruchtsmoothies

- Camenbert (esse ich sonst überhaupt nicht)

- Wiener Würstchen (min 1/Tag)

- Schokomüsli (min. jeden Abend eine große Schale)

- Malzbier

Alle diese Vorlieben hielten sich ein paar Tage bis Wochen. Aktuell ist es nichts bestimmtes mehr, witzig fand ich das schon, besonders, da es sich ja um so ein “Schwangerschaftsstereotyp” handelt. in Amelies Schwangerschaft war es einfach so, die ersten drei Monate ging Süßes gar nicht, dann lieber Wurstbrot mit Essiggurke, die diesmal gar nicht wirklich mag bzw. zwischenzeitlich nicht mal riechen konnte. Die restliche Schwangerschaft war ich dann Süßem wieder sehr zugeneigt und habe jeden Tag ein stück Kuchen gegessen. Keine Süßigkeitenphase hatte ich diesmal auch, war genau zur Weihnachtszeit und ich fand es schon schade, dass mir beim Gedanken an Plätzchen fast schlecht geworden ist.

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Für die Übelkeit entschädigt hat mich, dass sich dieses Baby ganz früh bemerkbar gemacht hat und zwar schon so in der 15. Woche, liegt an der anderen Lage der Plazenta. Das war schön und diesmal auch besonders wichtig für mich, denn ich hatte in dieser Schwangerschaft bis zur Hälfte sehr viel Angst. Hauptsächlich führe ich dies auf die Fehlgeburt im letzten Sommer zurück.

Als dann endlich die 20. Woche da war, hat es mich überkommen und ich habe erstmal eine Erstausstattung (Strampler, Body, Socken, Mütze und Jäckchen) gekauft. Dann ging es mir eine Weile richtig gut, ich habe den (sehr schnell) wachsenden Bauch bewundert, mich über die kräftiger werdenden Tritte gefreut und nach Behandlung war ich auch meine fiesen Ischiasschmerzen los und mir ging es prima.

Außerdem habe ich wegen des Stress in der Arbeit ein teilweises Beschäftigungsverbot erhalten, so dass ich nur noch 10h/ Woche arbeiten musste, das hat mich auch entlastet. Genug zu tun hatte ich in der Arbeit und daneben mit Amelie und Weiterbildung sowieso.

Der Osterbesuch in München hat mich dann allerdings ziemlich ausgelaugt und seitdem war ich ziemlich erschöpft. Außerdem hatte ich den Eindruck nie Zeit für diese Schwangerschaft zu haben und aber noch so vieles erledigen zu müssen bzw. auch zu wollen. Langsam wurde der Alltag mit dem zunehmenden Bauchumfang auch beschwerlicher. Der Weg zur Arbeit, Amelie abholen mit ihr spielen und sie versorgen, Weiterbildung, etc.

Mittlerweile geht es mir wieder besser, wobei ich ganz aktuell erkältet bin und das nervt ziemlich. Hier ist nun schon einiges vorbereitet, wir haben den großen Umbau sein lassen, dafür vieles geräumt und sortiert. Das Babybettchen steht schon und gestern habe ich begonnen die Babysachen zu waschen, darauf habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut! By the way hat dieses Baby jetzt schon mindestens doppelt so viele Klamotten wie Amelie vor ihrer Geburt!
Der Mutterschutz hat begonnen, die Weiterbildung kann jetzt ruhen und Amelie fragt für manche Dinge schon von vorneherein Thomas, da sie weiß, dass ich das nicht mehr kann. Ist halt auch schon groß die Kleine.

Zum Titel: Als wir Amelie das erstemal gefragt haben, wie das Baby denn heißen soll, meinte sie: “Quario”, da war sie gerade in dieser Phantasiesprachephase. Zur Beruhigung, da wir ja voraussichtlich wieder ein Mädchen bekommen, scheidet der Name aus. Seit wir Peter, Ida und Minimum vom Speicher geholt haben, das ich übrigens 1984 vor der Geburt meiner Schwester bekommen habe, soll das Baby selbstverständlich Minimum heißen. Leider werden Amelie auch hier enttäuschen müssen, Thomas und ich haben uns schon auf einen Namen geeignigt, verraten wird er aber noch nicht.

Ich freue mich, dass ich die nun verbleibenden Wochen ruhiger verbringen kann und mich endlich, zumindest einen Teil des Tages, mal ganz diesem Baby und dieser Schwangerschaft widmen kann. Auch wenn einem das erfahrene Mütter von mehreren Kindern immer wieder berichten, es ist unglaublich wie wenig Zeit dafür bleibt und wie sehr man doch die erste Schwangerschaft “zelebriert” hat.

Für die letzten Wochen wünsche ich mir jetzt wieder Sommersonnenwetter mit viel Gelegenheit zum Schwimmen und Eisessen!

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