These days

melanie am 24. August 2012 um 9:23 am

Ja solche Tage, wie wir sie hinter uns haben, lassen einen realisieren, wie easy eigentlich der normale Alltag ist, auch wenn dieser sich oftmals sehr anstrengend anfühlt.

Von vorne:

Vorletztes Wochenende haben ich mir vorgenommen einen Abstillversuch mit Juna zu starten. Wie ihre große Schwester damals, ist das kleine Löwenmädchen noch nicht so überzeugt von fester Kost, lieber trinkt sie noch schön gemütlich Muttermilch. Ich finde das mittlerweile nicht mehr soo gemütlich und will die Stillfrequenz deutlich reduzieren. Also Plan: Vorerst wird tagsüber nicht mehr gestillt und als Folge davon hat Juna hoffentlich richtig Lust und Hunger auf unser Essen. Samstags ging der Plan auch einigermaßen auf, die kleine Maus hat mal richtig Mittag gegessen und auch ansonsten klappte es ganz gut nicht zu stillen. Sonntag schien sie dann den Zusammenhang essen = nicht mehr stillen begriffen zu haben und hat folglich so gut wie nichts gegessen und ihren ganzen Hunger Sonntagnacht ausgiebig an mir gestillt.

Gleichzeitig war Amelie samstags schon irgendwie nicht gut drauf. Sonntag ist sie dann freiwillig den ganzen Tag im Bett geblieben, weil es ihr nicht gut ging, es war ihr wohl den ganzen Tag übel. Sie hatte sich vermutlich bei einer Kindergartenfreundin mit einem Magen Darm Virus angesteckt. Montag ging es ihr wieder gut, trotzdem ist sie natürlich zur vollständigen Genesung zuhause geblieben.

Juna mochte in dieser Zeit trotzdem ich sie nur 1x/Tag gestillt habe nichts essen und hat dafür eben die Nächte genutzt. *Monstergähn*

Amelie war dann wieder fit und ist Dienstag wieder ins Kinderhaus gegangen. Aber der Frieden währte nicht lange, denn Dienstagnacht durften wir dann Juna wickeln und nachts zwischen 3 und 5 Uhr zweimal das Bett neubeziehen. Mittwoch also quengelige, kranke Juna. Zum Glück konnte Thomas wegen eines bayrischen Feiertages früher Schluss machen und den Nachmittag mit Amelie verbringen. Das Projekt Abstillen war hier übrigens erstmal auf Eis gelegt, geht ja schlecht mit krankem Kind.

Donnerstag war dann zum Glück erstmal alles wieder normal. Freitagmorgen dann fühlte sich Juna warm an, Kontrolle mit dem Fieberthermometer ergab dann 38,8. Später dann 39,4. Und so blieb es dann das ganze Wochenende, Juna hat die Außentemperatur von über 35 C, mit ihren 39 - 40C locker getoppt und ich hatte das Gefühl in einer Sauna zu schlafen, in den paar wenigen Stunden, die wir zwischen weinen und wach sein überhaupt geschlafen haben. Auch tagsüber ging es ihr sehr schlecht und sie hat sehr viel geweint. Pausen verschaffte uns da nur kurzzeitig Ibuprofenzäpfchen.

Montag war dann das Fieber zum Glück runter, Junas Laune leider auch und meine Nerven nicht mehr vorhanden. Nach einer Woche, die ich fast ausschließlich drinnen bei einem kranken Kind verbracht habe, während es draußen endlich mal Sommer ist, in der ich so wenig wie selten geschlafen habe und in der meine Ohren dauervollgeheult wurden, konnte ich ienfach nicht mehr.

Zum Glück ist dann mein wundervollwunderbarer Mann mittags nach Hause gekommen, hat Juna übernommen, ist doch noch mit ihr zum Kinderarzt gefahren, um auszuschließen, dass ihr noch irgend etwas weh tut (z.B. der Hals). Ich habe mir mit Amelie in der Eisdiele und auf dem Spielplatz einen schönen Nachmittag gemacht. Dabei waren noch zwei weitere Mütter und deren Kinder aus dem Kinderhaus, so dass ich auch endlich mal wieder mit Erwachsenen ein Gespräch führen konnte! Die folgende Nacht war dann auch endlich mal viel besser, Juna ist nur 4-5x zum Stillen aufgewacht und war dazwischen nicht wach und hat auch nicht rumgeweint, wie erholsam!

Gestern war dann soweit auch alles okay, nur nachmittags so gegen halb fünf ist Juna als sie mit Amelie auf dem Sofa eigentlich saß, aber dann wohl doch turnte, mit dem Oberkiefer volle Kanne auf unseren Couchtisch (aus Holz) geknallt. Sie hat natürlich doll geweint, schlimmer fand ich allerdings das viele Blut, das aus ihrem Mund floss und vor allem rund um die oberen Schneidezähne. Beunruhigt durch die Warnung, dass bei so einem Sturz die Milchzähne in den Kiefer zurück geschoben werden können und dann operativ herausgeholt werden müssen, habe ich Thomas angerufen und wir haben uns beraten. Wir beschlossen, dass ich zu dem Kinderzahnarzt um die Ecke gehen soll und die einmal draufschauen sollen, Amelie habe ich so lange in die Obhut unserer super netten Nachbarin gegeben. Zum Glück kam ich beim Arzt gleich dran und Juna hat sich nur das Lippenbändchen und Zahnfleisch verletzt, Zähne sind in Ordnung.

Zum verliefen die restlichen Tage dieser Woche ganz ohne besondere Vorkommnisse und ich hoffe, dass bleibt nun auch so!

Danke an alle, die uns gute Besserungswünsche zukommen haben lassen oder sich einfach mal erkundigt haben.

Dir lieber Thomas ein riesengroßes Danke, dass du einfach deine Arbeit in die späten Abendstunden verschoben hast, um zuhause sein zu können und danke für all dein Verständnis und deine Unterstützung. Danke, dass wir hier wirklich alles zu zweit machen und zwar insbesondere dann, wenn es schwierig ist! Ich liebe dich!

Piep

melanie am 7. August 2012 um 9:44 am

Ja uns gibt es noch, auch wenn die Nichtaktivität hier auf anderes schließen läßt.

Wie immer hindert uns der volle Alltag mit unseren beiden Süßen und diesem und jenen hier regelmäßig zu schreiben.

Nach dem letzten sehr erfreulichen Post haben wir auch unmittelbar aufeinander folgend zwei sehr schlechte Nachrichten erhalten, die unsere Familie betreffen und so sind wir zunächst ein bißchen in Schockstarre verfallen. Mittlerweile ist zwar nicht “wieder alles gut”, aber wir alle haben gelernt damit umzugehen und das Leben eben daran anzupassen. Klappt mal besser, mal schlechter.

Daneben waren hier natürlich auch noch viele andere schöne Dinge los und ich habe mir ganz fest vorgenommen darüber zu schreiben, deshalb coming soon:

  • Junas Taufe
  • Urlaub in Frankreich
  • 1. Geburtstag Juna

Ich hoffe ich kann mein Versprechen einlösen und wenn nicht dürft ihr mich freundlich daran erinnern.

Willkommen

melanie am 4. March 2012 um 11:17 am

Am Dienstag, den 28.02.12 gegen halb elf am Vormittag haben wir hier alle neue Rollen bekommen: Tante, Onkel und Cousinen!

Herzlich willkommen auf dieser Welt liebe Nichte!

Für Dich:

Willkommen, kleiner Mensch,
schön, dass du da bist!
Mein Wunsch für dich:
Lass dich ein auf diese riesige, unbekannte Welt.
Mit großen Augen.
Erprobe dich, wachse, staune und vertraue.
Du bist ein Wunder.

Blöde Fragen

melanie am 24. February 2012 um 7:33 pm

Es heißt ja immer, blöde Fragen gibt es nicht. Generell stimmt das ja auch und gerade, wenn man etwas nicht verstanden hat, ist es besser zu fragen als nicht.

Aber wie die folgenden zwei Beispiele zeigen werden, gibt es sie doch, die gänzlich unnötigen und ja auch wirklich blöden Fragen:

- Gerade habe ich Amelie (4 Jahre) und Juna (6 Monate) im Fahrradanhänger verstaut und reiche Amelie die Fahrtverpflegung, da beugt sich ein älterer Mann über den Anhänger und fragt: “Zwillinge?”

- Meine Schwester, schwanger in der 39. Woche mit entsprechendem Babybauch, trifft an der S - Bahn ihre Nachbarin, diese so: “Und ist das Baby schon da?”

Was soll man da noch antworten? Welche wirklich blöden Fragen sind euch denn so in letzter Zeit oder überhaupt schon mal begegnet?

Do not try this at home

melanie am 10. January 2012 um 10:12 am

Wenn man während des Morgenschlafes des jüngsten Kindes schon fast alles fertig aufgeräumt und zusammengepackt hat und sich nur noch schnell die Kontaktlinsen einsetzen will, dabei nicht so genau darauf achtet, welche Flasche mit Flüssigkeit man zum Abspülen der Linsen in der Hand hat, allerdings in dem Moment in dem die Linse das Auge berührt sofort weiß, es war nicht die Kochsalz- sondern die Peroxidlösung, dann tut das so weh, dass man sogar am Abend noch was davon hat und am nächsten Tag immer noch aussieht als hätte man stundenlang durchgeheult, zumindest mit einem Auge.

Weihnachtsimpressionen 2011

thomas am 27. December 2011 um 5:42 pm

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Besser geht´s (fast) nicht

melanie am 24. November 2011 um 8:49 pm

Nach nun schon knapp vier Monaten des Kennenlernens, fehlt hier noch Junas Geburtsgeschichte, deshalb:

Es ist Sonntag, der 24.07.11 und noch 19 Tage bis zum errechneten Entbindungstermin. Nach dem obligatorischen Pfannkuchenfrühstück haben wir Karo verabschiedet, die uns die letzten paar Tage besucht hat. Dabei hat sie unter anderem den Himmel für das Babybett genäht. Thomas und ich haben den Tag dann noch zum räumen genutzt und Amelie hat sehr schön gespielt. Am späten Nachmittag bemerke ich eine Veränderung am Muttermund und teile dies Thomas mit. Er fragt, wie lange es denn nun noch bis zur Geburt dauern könne, ich antworte ihm, dass es 16 Stunden (wie bei Amelies Geburt) oder auch noch 14 Tage dauern kann. :-)

Montag, 25.07.11. Ich wache sehr erholt und voller Energie auf, das gab es in den letzten Wochen nicht mehr. Ich nutze den Vormittag um durch die Wohnung zu wirbeln und noch dieses und jenes aufzuräumen. Außerdem melde ich mich bei Katja, einer meiner Hebammen, die ab diesem Tag wieder aus dem Urlaub zurück ist. Am Nachmittag schwinge ich mich bepackt mit einer schweren Tasche voller Bücher auf´s Fahrrad und hole Amelie ab. Wir fahren in die Bücherhalle und verbringen dort einen netten Nachmittag.

Dienstag, 26.07.11. Wieder wache ich voller Energie auf, ich hatte schon tags zuvor beschlossen, heute morgen zum Schwangerenschwimmen ins Holthusenbad zu gehen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen dies viel öfter zu tun während meines Mutterschutzes nur irgendwie hat es nie geklappt. Ich wünsche mir ja für diese Entbindung eine Wassergeburt.

Nach dem Schwimmen treffe ich auf dem Weg zum Mittagessen Hannes und wir verabreden uns für den Nachmittag zum Eisessen und Spielplatz mit den beiden Kids. Gleicher Ablauf wie am Montag, mit dem Fahrrad samt Anhänger hole ich Amelie ab, wir treffen Hannes und Luis, schlecken zuerst Eis in der Eiszeit und spielen dann auf dem sehr gut besuchten Goldbekspielplatz. Kurz vor der Abendbrotzeit fahren wir alle nach Hause, zur Verabschiedung sage ich noch, wenn wir dann nicht schon zu viert sind, können wir uns ja am Samstag im Garten treffen.

Mittwoch 27.07.11 Um ca. 04:15 Uhr wache ich auf, ich habe Bauchschmerzen und schiebe das auf die träge Verdauung. Wie alle, die schon einmal schwanger waren, bestimmt bestätigen können, ist man erstmal wach, dann muss man auch aufs Klo. Ich stehe also auf und in diesem Moment platzt die Fruchtblase. Zu spüren ist nur, dass mir etwas die Beine hinunterläuft. Selbst in diesem Moment, als Zweitgebärende (mit dem gleichen Geburtsbeginn wie bei Amelie), bin ich mir noch nicht sicher, dass es nun tatsächlich losgeht. Ich verfolge also den ursprünglichen “Plan” und gehe ins Bad, beobachte ob die “Bauchschmerzen” wiederkommen. Und das tun sie. Nach einigen Minuten beschließe ich, das sind Wehen. Ich ziehe mich an und rufe um 04:43 Uhr die Funknummer meiner Beleghebammen an. Während ich auf den Rückruf warte, informiere ich Thomas, der bei Amelie geschlafen hat. Er hat mich bereits gehört und war schon wach.

Um 04:47 Uhr ruft Delia zurück. Sie lässt sich von mir beschreiben, was los ist und fragt mich, was ich tun möchte. Ich sage, ich wisse es auch nicht und vielleicht sollte ich nochmals zuhause kurz warten, wie die Wehen sich entwickeln. Sie schlägt vor direkt loszufahren und sie im Krankenhaus zu treffen.

Thomas hat sich währenddessen auch angezogen und bei den Nachbarn geklingelt, denn wir dürfen ihr Auto ausleihen und Daniela wird solange auf die schlafende Amelie aufpassen bis unsere Storchenbabysitterin Sarah eingetroffen ist. Die rufe ich nach dem Gespräch mit Delia selbst noch an und sage nur, es ist soweit.

Thomas ist losgelaufen, um das Auto zu holen, zuvor habe ich überprüft, ob wir alles dabei haben und den Mutterpass noch in die Kliniktasche gepackt.

Ich warte unten vor der Tür auf Thomas mit dem Auto. Die Wehen kommen regelmäßig in ca. 5min Abständen, sind aber sehr gut auszuhalten und zu veratmen. Instinktiv bewege ich zur Wehenbearbeitung das Becken hin und her. Vor der Türe denke ich, was für ein schöner, warmer Tag, ein toller Tag zum geboren werden. Es ist ca. 5 Uhr.
Ich muss nur kurz warten, dann ist Thomas schon da, an seinem noch schnellem Atem erkenne ich, dass er zum Auto gejoggt ist. Anfangs hören wir noch kurz dem Autoradio zu, dann stecke ich mir die Kopfhörer ins Ohr und höre, wie schon vor gut drei Jahren, Meditationsmusik. Ich höre aber immer nur das gleiche Lied und beginne mitzusingen, wenn die Wehen zu stark werden, veratme ich sie zwischen dem Singen.

Wir fahren in den schon hellen Morgen und um uns herum erwacht langsam die Stadt, auf den Straßen ist aber noch sehr wenig Betrieb. Um 05:20 Uhr kommen wir in Henstedt - Ulzburg an, parken auf dem Storchenparkplatz und sagen bei der Anmeldung nur “wir sind zur Geburt hier”. Da wir wissen, wo es zum Kreissaal geht, gehen wir gleich weiter. Um 05:25 Uhr sind wir im Kreissaal, Delia ist auch schon da.

Hier mal ein ganz kurzer Rückblick: So viel anders war die Situation bei Amelies Geburt, schon vor der Autofahrt hatte ich sehr kräftige Wehen, ich kam schreiend vor Schmerz in der Klinik an und wurde auf dem Weg in den Kreissaal gestützt. Ansprechbar war ich kaum noch, ich war richtig in Trance.

Heute ist alles viel erträglicher, ich habe das Gefühl die Wehen gut beatmen zu können, ich bin ganz klar.

Im Kreissaal ist das Wasser in der Gebärwanne bereits eingelassen, Delia legt mir lediglich den CTG - Gurt an und um 05:30 Uhr steige ich in die Wanne. Das warme Wasser ist angenehm und tut gut. die Wehenabstände verringern sich auf 2-3min und die Wehen werden stärker. Der Schmerz ist hauptsächlich im unteren Rücken zu spüren. Noch immer kann ich die Wehen gut beatmen, klar tut es trotzdem ordentlich weh, aber ich merke, wie die Atmung hilft. Im Wasser wechsel ich häufig die Positionen und immer bewege ich das Becken hin und her. Ich bitte Thomas zwischendurch mir etwas zu trinken zu geben und ich esse sogar ein paar Bissen eines Kraftriegels. Thomas sitzt neben der Wanne. Delia hält sich sehr im Hintergrund.

Als der Schmerz noch stärker wird, weise ich Thomas an seine Hand auf meinen Rücken zu legen. Zumeist bin ich im Vierfüßlerstand in der Wanne oder hocke halb. Ab ca. 6 Uhr wird der Druck des Babies nach unten stärker, ich atme weiterhin viel und höre mich wahrscheinlich an, wie eine Dampflok. Jetzt ist es anstrengend, aber trotzdem noch auszuhalten.

Ich jammere einmal, dass es so wehtut. Nach ein paar weiteren Wehen sage, ich hätte nun keine Lust mehr. Delia bietet mir einen Positionswechsel an, sie hat ein gerolltes Handtuch um einen der Wasserhähne gelegt, daran kann ich mich festhalten. Ich brauche einen Moment, bis ich eine passende Position gefunden habe. Ich merke nun, dass ich jetzt pressen muss, wenn ich will, dass das Baby bald kommt.

Dieses Gefühl ist fast unbeschreiblich, ich denke ich will nicht in den Schmerz arbeiten und spüre doch sehr deutlich, wie hilfreich das pressen ist. Ich kann spüren, wie das Kind in mir noch tiefer rutscht, ich kann spüren, dass es jetzt gleich kommt. Ich schreie laut auf und da ist der Kopf schon da, es dauert ein paaar Sekunden und die nächste Wehe kommt, ich presse mit und spüre ganz genau, wie das Baby ganz aus mir herausgleitet. Es ist 06:34 Uhr, Juna ist da! Eine Minute zuvor geht Delia zur Tür, um der diensthabenden Ärztin Bescheid zu sagen, da im Moment der Geburt eine Ärztin anwesend sein muss, genau in diesem Moment schlüpft Juna und ich höre Delia sagen: “Oh ist schon da!”
Ich nehme sie hoch auf meine Brust und lege mich mit ihr bequem in die Wanne. Thomas und ich begrüßen unsere zweite Tochter. Juna ist ganz ruhig und guckt uns nur mit großen Augen an. Ihr Blick sagt, ich komme von weit her und habe schon viel erlebt. Noch im Wasser hört Delia sie kurz ab, alles okay. Juna bekommt ein Handtuch übergelegt, noch immer begrüßen wir sie und sagen ihren Namen. Die Nabelschnur pulsiert schnell aus und Juna wird immer noch im Wasser, abgenabelt.

Um 7 Uhr steige ich aus der Wanne, Juna ist auf Thomas Arm. Nun kommt der Grund für das “fast” im Titel. Leider hat sich die Plazenta immer noch nicht blicken lassen. Bei Amelies Geburt wurde die Plazenta exakt 2 (!!) Minuten nach ihr geboren. Unangenehm ist, dass ich immer noch Wehen habe, darauf habe ich nun echt keine Lust mehr. Um die Wehen zu verarbeiten, laufe ich im Kreisaal herum, stützte mich auf, gehe zur Toilette. Um 07:15 Uhr spritzt Delia mir Oxytocin, um die Lösung der Plazenta anzuregen. ich denke mir, naja toll, Wehenhormon, darauf habe ich erst recht keine Lust, da ich befürchte noch stärkere Wehen zu bekommen. Die Wehen werden zum Glück aber nicht noch unangenehmer. Die Ärztin bietet mir den Gebärhocker an, ich setzte mich darauf und sie zieht sanft an der Nabelschnur und um 07:19 uhr ist also auch endlich die Plazenta da.

Ich lege mich aufs Bett und kann endlich auch Juna wieder nehmen und lege sie auf meine Brust, das ist das beste Gefühl von allen! So ein frisches Neugeborenes auf der nackten Brust. Juna hatte, wie auch schon Amelie, super Werte und muss noch nicht gleich untersucht werden. So kuscheln wir nun erstmal zu dritt auf dem Bett. Um 8 Uhr trinkt Juna das erstemal Muttermilch. Klappt gut.

Kurz danach näht die Ärztin noch meinen kleinen Dammriss. Auch das ist soviel besser, als damals bei Amelies Geburt, denn es dauert nur 10min und nicht eine ganze Stunde. Ich stille nochmal.

Um 9 Uhr wird bei Juna die U1 gemacht, d.h. sie wird gemessen und gewogen, ich schaue vom Bett aus zu, Thomas hilft mit und steht neben der Ärztin.

Danach gehe ich ins kreissaaleigene Bad und dusche mich. Beim Anziehen hilft Thomas mir und zieht danach Juna an. Wir dürfen uns noch eine von Christinas Mama selbstgetrickte Mütze für Juna aussuchen, wir frühstücken und ruhen uns auf dem Bett aus.

Juna ist das 500. Baby in der Paracelsus Klinik in diesem Jahr und wir haben einer Veröffentlichung zugestimmt. So kommen um 9:45 Uhr der Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, eine Fotografin und die Schwesternstationsleitung mit einem Blumenstrauß (in rosa) in den Kreissaal gratulieren uns und machen ein Foto für die Zeitung.

Um kurz vor halb elf werden nochmals meine Werte gecheckt, Kreislauf und Temperatur sind super, wir können gehen. Zuvor haben wir noch den Papierkram erledigt und einige Kleinigkeiten von Delia bekommen.

Da ich mich sehr fit fühle, trage ich Juna selbst ins Auto, es ist super warm draußen. Mit Glück im Herzen und auf dem Arm verlassen wir um 10:30 Uhr die Klinik und fahren nach Hause.

Am Nachmittag gegen 15 Uhr lernt Amelie ihre kleine Schwester kennen. Nun sind wir zu viert!

Das Wochenbett verläuft sehr gut, ich fühle mich gut und erstaunlich fit. Einzig die ersten drei Tage nerven mich die schmerzhaften Nachwehen.

Die Geburt war so toll, dass ich zu Thomas bereits im Kreissaal sagte, also so könnte ich das locker nochmal ;-)

Unsere Mädchen

thomas am 30. August 2011 um 12:42 pm

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Amelie, Juna und Mama im grossen Bett am 27.07.11
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Juna in ihrem Babybett
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Juna in Mamas Tragetuch
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Beim Schlafen auf der Couch
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Wach
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Juna in ihrem Körbchen mit Schafffell
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die große und die kleine Schwester
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beim Baden
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Juna mit Mamas alten Strampler
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die Schwestern
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Juna schläft im Bollerwagen
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Juna in der Küche
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In der Babyhängematte
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Juna auf dem Stillkissen
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Schon gewachsen und zugenommen.
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Amelie und Thomas beim Kindergartensommerfest.
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Amelie mit Thomas´ Sonnenbrille
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Amelie als Bär beim Kindergartensommerfest

Quario oder Minimum

melanie am 3. July 2011 um 4:22 pm

So schon wieder sind nicht nur Wochen, sondern Monate vergangen, seit hier gepostet wurde. Deshalb jetzt aber mal:

Mittlerweile bin ich schon im neunten Schwangerschaftsmonat angekommen und ich kann nur sagen, es ist alles anders als in Amelies Schwangerschaft. Zunächst war mir die ersten vier Monate ziemlich schlecht. Ich litt allerdings nicht an der vielbesagten Morgenübelkeit, nein Zitat Friends: “I get my morning sickness in the evening”. Ja genau, abends lag ich immer ziemlich erschöpft auf der Couch und musste mir überlegen, was ich denn jetzt nun mal essen könnte, damit es nicht noch schlimmer wird. Mit zunehmender Schwangerschaftswoche nahm die Übelkeit dann zum Glück ab, aber es dauerte laaaange bis sie ganz verschwand.

Nachdem die Übelkeit überwunden war, stellten sich diesmal diverse, wechselnde Essensgelüste ein. Ich hoffe ich kriege sie noch in der richtigen Reihenfolge aufgezählt:- Milchreis mit Apfelmus (ersteren mag ich unschwanger eigentlich nicht wirklich)

- Fruchtsmoothies

- Camenbert (esse ich sonst überhaupt nicht)

- Wiener Würstchen (min 1/Tag)

- Schokomüsli (min. jeden Abend eine große Schale)

- Malzbier

Alle diese Vorlieben hielten sich ein paar Tage bis Wochen. Aktuell ist es nichts bestimmtes mehr, witzig fand ich das schon, besonders, da es sich ja um so ein “Schwangerschaftsstereotyp” handelt. in Amelies Schwangerschaft war es einfach so, die ersten drei Monate ging Süßes gar nicht, dann lieber Wurstbrot mit Essiggurke, die diesmal gar nicht wirklich mag bzw. zwischenzeitlich nicht mal riechen konnte. Die restliche Schwangerschaft war ich dann Süßem wieder sehr zugeneigt und habe jeden Tag ein stück Kuchen gegessen. Keine Süßigkeitenphase hatte ich diesmal auch, war genau zur Weihnachtszeit und ich fand es schon schade, dass mir beim Gedanken an Plätzchen fast schlecht geworden ist.

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Für die Übelkeit entschädigt hat mich, dass sich dieses Baby ganz früh bemerkbar gemacht hat und zwar schon so in der 15. Woche, liegt an der anderen Lage der Plazenta. Das war schön und diesmal auch besonders wichtig für mich, denn ich hatte in dieser Schwangerschaft bis zur Hälfte sehr viel Angst. Hauptsächlich führe ich dies auf die Fehlgeburt im letzten Sommer zurück.

Als dann endlich die 20. Woche da war, hat es mich überkommen und ich habe erstmal eine Erstausstattung (Strampler, Body, Socken, Mütze und Jäckchen) gekauft. Dann ging es mir eine Weile richtig gut, ich habe den (sehr schnell) wachsenden Bauch bewundert, mich über die kräftiger werdenden Tritte gefreut und nach Behandlung war ich auch meine fiesen Ischiasschmerzen los und mir ging es prima.

Außerdem habe ich wegen des Stress in der Arbeit ein teilweises Beschäftigungsverbot erhalten, so dass ich nur noch 10h/ Woche arbeiten musste, das hat mich auch entlastet. Genug zu tun hatte ich in der Arbeit und daneben mit Amelie und Weiterbildung sowieso.

Der Osterbesuch in München hat mich dann allerdings ziemlich ausgelaugt und seitdem war ich ziemlich erschöpft. Außerdem hatte ich den Eindruck nie Zeit für diese Schwangerschaft zu haben und aber noch so vieles erledigen zu müssen bzw. auch zu wollen. Langsam wurde der Alltag mit dem zunehmenden Bauchumfang auch beschwerlicher. Der Weg zur Arbeit, Amelie abholen mit ihr spielen und sie versorgen, Weiterbildung, etc.

Mittlerweile geht es mir wieder besser, wobei ich ganz aktuell erkältet bin und das nervt ziemlich. Hier ist nun schon einiges vorbereitet, wir haben den großen Umbau sein lassen, dafür vieles geräumt und sortiert. Das Babybettchen steht schon und gestern habe ich begonnen die Babysachen zu waschen, darauf habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut! By the way hat dieses Baby jetzt schon mindestens doppelt so viele Klamotten wie Amelie vor ihrer Geburt!
Der Mutterschutz hat begonnen, die Weiterbildung kann jetzt ruhen und Amelie fragt für manche Dinge schon von vorneherein Thomas, da sie weiß, dass ich das nicht mehr kann. Ist halt auch schon groß die Kleine.

Zum Titel: Als wir Amelie das erstemal gefragt haben, wie das Baby denn heißen soll, meinte sie: “Quario”, da war sie gerade in dieser Phantasiesprachephase. Zur Beruhigung, da wir ja voraussichtlich wieder ein Mädchen bekommen, scheidet der Name aus. Seit wir Peter, Ida und Minimum vom Speicher geholt haben, das ich übrigens 1984 vor der Geburt meiner Schwester bekommen habe, soll das Baby selbstverständlich Minimum heißen. Leider werden Amelie auch hier enttäuschen müssen, Thomas und ich haben uns schon auf einen Namen geeignigt, verraten wird er aber noch nicht.

Ich freue mich, dass ich die nun verbleibenden Wochen ruhiger verbringen kann und mich endlich, zumindest einen Teil des Tages, mal ganz diesem Baby und dieser Schwangerschaft widmen kann. Auch wenn einem das erfahrene Mütter von mehreren Kindern immer wieder berichten, es ist unglaublich wie wenig Zeit dafür bleibt und wie sehr man doch die erste Schwangerschaft “zelebriert” hat.

Für die letzten Wochen wünsche ich mir jetzt wieder Sommersonnenwetter mit viel Gelegenheit zum Schwimmen und Eisessen!

Vier

melanie am 10. March 2011 um 8:39 pm

Erwarteter Auszug Mitte August:

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